Alicante

Wir fahren weiter Richtung Alicante. Auf die Stadt freue ich mich schon ein paar Tage. Doch warum freue ich mich eigentlich auf eine große Stadt, die selbst einen Flughafen hat? Mir fehlt ein wenig der soziale Kontakt mit Menschen. Das bemerke ich seit Tagen. Unser Ziel ist immer noch Portugal, mit einem Zwischenstopp in Estepona. Dort kennen wir jemanden. Juhu.

Suchbild… Bulli in Alicante

Doch vorher erkunden wir Alicante, die Berge und die Landschaft. Ein bisschen Historie, die sich hier auch ganz gut finden lässt. Das Wetter meint es täglich gut mit uns: Sonne satt, kaum Wind.

Zum Einkaufen fahren wir rauf und runter, weil wir einfach blind sind, was Supermärkte betrifft. Ich gehe in Deutschland schon ungern einkaufen, weil mich das Angebot extrem langweilt. Doch hier bin ich völlig überfordert: zu viele Dinge, die Mensch nicht braucht in endlosen Regalen und Läden. Alicante hat ein ziemlich langgestrecktes Centro Commercial. Wo fängt die Stadt eigentlich an?

Am Ende des Tages fährt M. bis hoch zur Santa Bárbara, dem Ursprung und bewegtem Lebensort der Stadt. Im Auto poltert es mal wieder, weil wir enge Kurven mit guter Steigung nehmen müssen. Die Geschichte der Burg erkunden wir am nächsten Tag mit Genuss. Heute Abend stehen wir letztlich vor einem geschlossenen Burgtor.
Das ist fast historisch. Wir können noch soviel klopfen: diese Türen sind verschlossen. Dabei steht bei Google: Eintritt bis 22.00 Uhr.
Wir erwandern uns die Burg von außen und gehen anschließend auf nächtliche Erkundungstour ins Zentrum der Stadt.

Was mich immer wieder fasziniert, ist die Fröhlichkeit und Geselligkeit der Spanier. Aber heute Abend ist hier alles unterwegs, was in Alicante zu wohnen scheint: an allen Ecken sitzt, isst und trinkt man gemeinsam. Ist das schön. Die Leute sind fröhlich und ausgelassen.

Ich wünschte mir so eine großzügige Lebensart auch für Norddeutschland.
Wünscheerfüller sind richtig gut. Ich halte daran so lange fest, bis auch in heimischen Kreisen gutes Essen und Geselligkeit ein Bedürfnis geworden sind.

Agave vor der Burg

Früh morgens gehen wir durch das geöffnete Burgtor und sind begeistert, diesen historischen Ort erleben zu dürfen. Er thront über der Stadt als Massiv – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wie beeindruckend die Geschichte hier mitgespielt hat, erzählen Bilder, Fotos und anspruchsvolle Videos. Egal auf welcher Ebene der Burg wir uns bewegen: atemberaubende Bilder weit in die Landschaft, über die Stadt und die Berge.

Wir verbringen noch einen ganzen Tag in der Altstadt. Es gefällt uns hier. Nebenbei hilft M. einem Engländer, der neben uns genächtigt hat, am Auto. Der Brite ist sehr redselig, da allein unterwegs. Seit einigen Tagen, genau genommen Weihnachten, hat er eine Freundin: einen verwilderten Windhund. Nun sind die beiden gemeinsam unterwegs. Eine schöne Geschichte.

Da wir richtig getrödelt haben in den vergangenen Tagen, sputen wir uns.
Sylvester dürfen wir in Estepona sein. Wir treffen uns mit Y., die hier seit Jahren wohnt und arbeitet. Die Fahrt geht also weiter gen Süden – mit Kompromissen.

Alicante


Almeria ist unser nächstes Ziel. Das Land der Tomaten – worüber sich M. im Vorfeld besonders freut.

Wenn man durch Andalusien fährt, im Übrigen eine traumhafte Landschaft, kommt wenig Lust auf Tomaten auf. Doch als Gartenbauerin ist mir dieses Problem bekannt.
Tomaten, professionell anzubauen, heißt intensive Nutzung der Landschaft. Von bio oder Nachhaltigkeit ist hier keine Spur zu sehen. Das Geld Ausdruck unserer Zeit ist, wird hier sehr deutlich. Genauso wie durch die am Strand entstehenden Touristenburgen. Immer wieder kommt mir der Gedanke, dass so viele Menschen niemals an einem Ort wohnen können. Das ganze Versorgungsnetz würde schon bei der Hälfte der Auslastung zusammen brechen. Demzufolge ist hier alles andere als Tourismus geplant.

Mirador Richtung Almeria

2 Kommentare zu „Alicante

  1. Gruss aus der Heimat mit der Info: Kristin Brandt mit ihrem Reiseblog in der OZ…Glückwunsch und kürzlich auch im Fernsehen eine Wiederholung!
    Doro

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  2. …und heute wieder in der OZ ist Kristin Brandt aus Börzow als Empfehlung mit ihrem vegatarischen Buffet . Es gab eine ganze Seite zu veganer Ernährung und am Schluss wurden einige wenige Cafees empfohlen !!!
    Doro erfreut.

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