Südfrankreich – wir nehmen den Mistral

Sarlat  – eine Stadt zwischen Höhlen und Grotten. Regen begleitet uns. Den ganzen Tag. Trotzdem genießen wir die Stadt und schauen uns in dieser wunderschönen Ecke Frankreichs um. Kleine hübsche Gassen wie typisch für Region und Land.
Auch in unserem Auto haben wir inzwischen eine Höhle – eine Tropfsteinhöhle. Wir brauchen dringend Wärme und trockene Luft. Draußen regnet es im Dauerlauf und es fängt an zu stürmen.

Landschaft mit Höhlen

Carcasonne ist unser nächstes Ziel- Auf dem Weg dorthin besuchen wir ein Bio-Weingut. Das gefällt uns: ein junger Landwirt, der mit seinem Vater seine Existenz als Winzer aufbaut. Der Wein schmeckt. Mhhh. Eine Flasche nehmen wir mit. Für mehr reicht unser Platz nicht.

Die karg wirkende Landschaft ist bekannt für Eichen (Trüffel), Walnüsse und Maronen. Zumindest begleiten uns diese Bäume seit Tagen auf unseren Pfaden. Aber auch Wacholder ist überall zu finden. Ich nasche beim kurzen Austritt schnell ein paar Beeren. Lecker.


Wir fahren bei Dauerregen bis kurz vor Carcasonne. Der Regen wird vom Sturm gepeitscht. Wir sehen kaum noch etwas. Die Straße ist schlecht zu fahren, weil um die Berge schlängelnd. Ich schaue nebenbei auf das Wetter: hier ist etwas faul. Unwetterwarnung: violett. Bedeutet höchste Alarm-Stufe.
Da wir kaputt sind, die Blätter wie Glatteis und die Unwetterwarnung Unsicherheit aufkommen lässt, bleiben wir irgendwo im Nirgendwo stehen. Eine Stunde später parken wir um. Der böige Sturm nimmt immer noch zu.

Am kommenden Morgen (das Auto und wir sind mehr als durchgeschüttelt), sehen wir, dass wir direkt an einem Stausee stehen. Ein ganzer Ort mit Spielraum für Camper. Allerdings im Winter verlassen und ruhig. Außer wenn es stürmt…

Der Weg nach Carcasonne zeigt uns am nächsten Morgen wie gut unsere Entscheidung war. Wassermassen entlang der Straße, umgefallene Bäume und viel Altholz.
Wir erreichen die Stadt am Mittag. Es regnet und stürmt weiter. Das viele Wasser können wir im Fluss Aude wiederfinden – das Ufer ist nicht mehr zu erkennen. Das Wasser steigt und steigt. Wir gehen erst einmal auf die berühmte Burg (Pegelstand innerhalb einer Stunde von 2,10 auf  2,50m). Ganze Bäume schwimmen im Wasser. Naturgewalten. Wir mittendrin.

Cité/ Carcasonne


Die Burg ist beeindruckend groß und in der Burg eine ganze Stadt. Es regnet und peitscht weiter. Das macht die Tour etwas müßig. Nässe sind wir inzwischen gewohnt. Also gehen wir noch in die Altstadt und schauen uns um. Wenige hübsche Läden, mehr Mainstream. Das ist nichts für uns. Wir lieben die individuellen Dinge, im Alltag wie auf Reisen. Dann Meer – genaugenommen Mittelmeer. Das Wetter bleibt beständig nass. Der Wind hat etwas nachgelassen.
Die Landschaft, die uns begleitet, ist auffallend anders. Karg und ausgeräumt. Kaum Landwirtschaft. Weinanbau und Steine. Die anrührende Romantik der Dordogne ist passè.

Wir fahren bis kurz vor Narbonne. Irgendwo im Dunkeln suchen wir uns einen Platz in einer kleinen Stadt. Wieder eine unruhige Nacht mit starken Böen. Dieses Mal schlafe ich besser, keine umstürzenden Bäume in der Nähe.
Am Morgen guckt die Sonne das erste Mal ins Auto. Sonne???

Ich will ans Meer.
Wir haben uns die Ankunft bewusst für den Morgen aufgespart, um es sinnlich zu erleben. Und was für eine Freude: Sonne, Wärme und Wind. Das genießen wir. In einer ganz kleinen Bucht bei Narbonne/ Barges halten wir uns Stunden auf. Alles darf raus, alles darf trocknen. Der immer noch böige Wind macht das richtig gut Und wir lassen die Seele baumeln: M. beobachtet die Flamingos, bastelt am Auto, genießt die Sonne und ich zeichne.


.Am Abend stehen wir bei Bales im Parc Naturel und laufen durch die wunderschöne Landschaft. Was für ein Duft. Ich bin total begeistert. Und im Hintergrund das rauschende Meer.

Ich muss in die Botanik und wissen, was hier alles wächst. M. hingegen philosophiert über Berge und Schnee der Pyrenäen, die am anderen Horizont in den Himmel ragen. Ich bin froh, weit weg von Schnee, Nässe und Kälte zu sein.

Traumhafter Morgen mit Sonnenaufgang


Ich belese mich, wie viele verschiedene Kiefernarten es in der Region gibt… viele. Ich dachte, wir sehen überall Pinien und sammeln die leckeren Kerne. Weit gefehlt: Seekiefern, Bergkiefern, Aleppo-Kiefer… und auch ein paar Pinien ohne Zapfen.
Der Duft im Naturpark ist auf jeden Fall durch die hier wachsende Kiefern intensiv.
M. pflückt begeistert Mandeln, nachdem ich ihm welche zeige. Und ich genieße einfach nur die Ruhe, die Sonne und den ausgeprägten Duft.

Die Jäger kommen in die Weinfelder und jagen Hasen. Wir müssen uns sputen.
Wissen ja nicht einmal, ob wir in dieser Einöde überhaupt sein dürfen.
Fünf Minuten später fahren wir an aufgeregten Jägern und ihren Bracken vorbei.

Weiter geht’s Richtung Mittelmeer – immer der Küste entlang. Eine wunderschöne Route mit gut ausgefahrenen Straßen und Serpentinen. Deutsche verirren sich bis hier her wohl eher selten. Aber die Gegend gleicht purem Urlaubsfeeling. Der Charme von Frankreich ist wenig zu spüren. Das Meer gleicht das zu 200% aus.


Port Vendere – ein richtig schöner Ort am Meer – fahren wir zum Wasserholen an. Der Weg dorthin ist traumhaft. Blaues Wasser, Klippen, Menschen, Stadt. Alles. Und Sonne.

Abends fahren wir über die spanische Grenze, Serpentinen rauf und runter. Aufgeregt bleiben wir kurzerhand im ersten Ort stehen – Colera. Der Name hat es in sich. Wir auch. Und es war die richtige Entscheidung vor der Fahrt nach Barcelona.

Barcelona empfängt uns unterkühlt. Bis auf die Tatsache, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, klappt an sich nichts. Schade.

Sonne und Meer satt

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